Entstehungsgeschichte des
Stadtteilwappens
Nachdem
im Jahre 1896, also vor nahezu 110 Jahren, im Zusammenhang mit der
Gründung des Bürgervereins der Südweststadt von den
damaligen Gründungsmitgliedern der Stadtteilname „Südweststadt“
geprägt wurde, konnte nunmehr der Traum des 2004 verstorbenen 1.
Vorsitzenden des Bürgervereins der Südweststadt, Jürgen
Rothe, wahr werden. Die Südweststadt hat ein eigenes
Stadtteilwappen! Martin Kuld, stellvertretender Vorsitzender,
vermittelte den Kontakt mit Frau Riana Pohl, einer
Diplom-Grafikdesignerin aus unserem Stadtteil. Der Bürgerverein
beauftragte Frau Pohl, ein Stadtteilwappen zu gestalten. Frau Pohl
setzte zunächst die Grundforderung um, die Hirschbrücke als
prägnantes Bauwerk des Stadtteils zu stilisieren und in den
Stadtfarben gelb und rot darzustellen. Noch fehlte aber ein gewisser
Pfiff in dem Wappen. Ein weiteres Element als Hingucker mit
historischem Hintergrund fiel unserm Vorsitzenden Jürgen
Sickinger ein. Das Treibrad einer Lokomotive sollte es sein. Unter
der beratenden Beteiligung von Herrn Dr. John vom Badischen
Generallandesarchiv, kam letztlich die Grundform des Stadtteilwappens
zustande. Frau Pohl schaffte es in hervorragender Manier, unsere
Vorstellungen unter Beachtung einiger weniger heraldischer
Bedingungen zu einem sehenswerten Stadtteilwappen zu vereinen. Ihr
gilt unser ganz besonderer Dank.
Was
stellt das Wappen dar?
Die
stilisierte und perspektivisch dargestellte Hirschbrücke nimmt
Bezug auf den gelben „Fidelitas-Balken“ im Stadtwappen, kehrt
jedoch dessen Verlauf durch das Wappen um. Dadurch und durch die
perspektivische Darstellung
der Brücke, ergibt sich nahezu ein Pfeil, der – eine Windrose
unterstellt - in Richtung Südwest zeigt. Nicht vergessen sollte
man bei der Betrachtung des Wappens, dass die Hirschbrücke einst
als Brücke über zwei unterschiedliche Bahnlinien, nämlich
die Maxaubahn und die Lokalbahn, gebaut wurde und auch heute noch
eine Schienenbahn überspannt.
Das
Treibrad der Lokomotive steht symbolisch für eine nur wenig
bekannte, aber für den damals neu gegründeten Stadtteil
wichtige Tatsache. Die Maschinenfabrik Keßler & Martiensen,
die etwa auf dem Gelände zwischen der heutigen Hauptfeuerwache
und dem Hochhaus an der Mathystraße angesiedelt war, die
damalige Bezeichnung lautete „Hinter dem Ettlinger Thor“, stellte
1841 mit der „Badenia“
eine der ersten einsatzfähigen, in Deutschland produzierten
Lokomotiven her. Die bis dahin in Deutschland gefertigten
Dampfkolosse waren ihres Gewichtes und wegen des damals verfügbaren
Schienenmaterials schlicht unbrauchbar. Die Schienen zerbrachen ganz
einfach unter ihrer Last. Anlass genug, wenn auch mit über
160-jähriger Verspätung, diese Leistung eines damals in der
Südweststadt Karlsruhes beheimateten Unternehmens zu würdigen.
Gleichzeitig
deutet das Wappen aber auch auf die Struktur der damaligen
Bevölkerung der Südweststadt hin. Denn nicht nur in der
Maschinenfabrik Kessler, sondern in vielen weiteren namhaften
Fabriken verdienten viele „Südweststädtler“ ihr
tägliches Brot. Der Bürgerverein möchte mit diesem
Wappen mithelfen der Südweststadt mehr eigene Identität zu
geben und ein Erkennungszeichen zu schaffen.
Jürgen
Sickinger
Vorsitzender
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